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Distanzreiten

Beim Distanzreiten ist man nicht darauf angewiesen, in kürzester Zeit, das heißt in den fünf Minuten in denen man in der Arena ist, zu zeigen was das Pferd alles kann. Beim Distanzreiten geht es weniger um das Showen auch nicht um Manöver oder spektakuläre Bewegungen.
Beim Distanzreiten geht es darum, sein Pferd innerhalb einer bestimmten Zeit oder auch auf Bestzeit über eine gewisse Distanz zu reiten ( 20km, 40km, 60km,……. 160km) ohne dass es bei der anschließenden Tierarztkontrolle durchfällt.


Dabei wird auf die Pulsfrequenz, Darmgeräusche, Dehydration, Gangwerkkontrolle und die allgemeine Fittness überwacht. Pulswerte sind beim Distanzreiten vorgegeben.
Der gesamte Distanzritt wird in Teilstrecken aufgeteilt. Nach 20km oder 30km kommen Tierarztkontrollen, bei denen der vorgegebene Pulswert erreicht werden muss. Das heißt, dass das Pferd nach 30 km innerhalb von 20 Min. auf einen Pulswert von 60 Schlägen kommen muss, wenn 60 vorgegeben sind. Es können 64 vorgegeben sein oder auch 58 Schläge. Wird dieser Wert nicht erreicht, dann wird das Pferd-Reiterteam disqualifiziert. Die Zeit nach dem Time-in läuft weiter, bis das Pferd den notwendigen Wert erreicht hat, erst dann stoppt die Zeit und der Reiter beginnt seine Zwangspause.


Nach der Pause beginnt die nächste Teilstrecke nach demselben Muster. Unterwegs wird das Pferd-Reiterteam von seinen Pflegern versorgt. Es gibt unterwegs bestimmte Treffpunkte, an denen das Pferd getränkt werden kann. Meist wird dem Pferd Wasser übergeschüttet, um es zu kühlen. Gibt es Probleme, kann sich der Reiter an sein Team, das aus ein oder mehreren Personen bestehen kann, wenden. Nicht selten ist das Versorgerauto mit mehreren Flaschen Wasser unterwegs, um das Pferd-Reiterteam zu versorgen. Auch nach den Teilstrecken, vor einer vorgegebenen Pause ist es wichtig, das Pferd sofort richtig zu versorgen, zu kühlen und zu tränken, damit der Puls runter kommt.


Manche Reiter schaffen es innerhalb von fünf Minuten auf den erforderlichen Wert zu kommen. Eine sensationelle Leistung.
Während des Rittes wird kaum Schritt geritten. Die entscheidenden Gangarten sind Trab und Galopp. Dabei ist es wichtig ein gleichmäßiges, einheitliches Tempo zu wählen, damit Pferd und Reiter durchhalten. Man muss sich das vorstellen wie bei joggen. Kein Jogger wird sich abhetzen, sonder ein gleichmäßiges durchhaltbares Tempo wählen. Bei Pferden ist das ebenso. Gutes Training ist Voraussetzung für einen erfolgreichen Distanzritt.
Während des Rittes werden gerne Geschwindigkeiten von 12, 13 - 15 km/h gehalten. Allerdings werden manche Distanzen auch sehr schnell geritten, von Durchschnittsgeschwindigkeiten von 18km/h bis 20km/h.
Wichtig für einen Distanzritt ist auch die körperliche Fitness des Reiters, der den gesamten Ritt auf dem Pferd sitzen muss, und genauso durchhalten muss. Nicht selten werden die Sattelsitze mit Fellen gepolstert um das Wundscheuern zu verhindern.


Auch die Ausrüstung des Pferdes muss gut gewählt sein. Sie darf nicht reiben oder scheuern, da diese Verletzungen auch zum Ausschluss führen können. Zudem darf nichts verwendet werden, was die Atmung des Pferds beeinträchtigt (Sperrriemen). Ist der Sattel zu schwer, ist das ebensowenig gut, wie ein schlecht sitzender Sattel. Es gibt Distanzreiter, die auf ihren Westernsattel schwören, da er eine breite Auflagefläche besitzen, während Andere ihren Distanzsattel nicht mehr eintauschen würden. Beim Outfit ist alles erlaubt, was bequem ist und dem Ritt förderlich ist. Nichts ist schlimmer, als wenn während des Rittes die Hose scheuert. Beim Schuhwerk ist ein Absatz aus Sicherheitsgründen Vorschrift, genauso wie ein Helm.
Ich musste mich als Westernreiter erst an den Helm gewöhnen, an den man während des Rittes allerdings nicht mehr denkt, wenn er gut sitzt.
Vor dem Ritt wird die Ausrüstung kontrolliert, ob sie den Regeln entspricht. Es ist alles verboten, was dazu dient das Pferd zwangsmäßig vorwärts zu treiben. Zum Beispiel eine Gerte oder Sporen.
Bei keiner Pferdesportart wird meines Erachtens soviel Wert auf die Gesundheit des Pferdes gelegt, wie beim Distanzreiten. Und das Distanzreiten selbst ist nur mit einem absolut gesunden Pferd möglich. Pferde die lahmen, auf der Lunge nicht okay sind oder zum Beispiel starke Schmerzen im Rückenbereich zeigen, dürfen erst gar nicht starten.
Zeigt sich ein Pferd nicht fit, ist es unterernährt und ist es apathisch, kommt es auch nicht zum Start.
Distanzreiten ist eine Sonderprüfung für Reiter und Pferd, mit nichts zu vergleichen und ein ewig schönes Gefühl mit seinem Pferdepartner durch die Natur zu galoppieren.
Auch für diesen Sport eignen sich bestimmte Rassen mehr als andere. Araber sind für diesen Sport nahezu gemacht. Klein, schnittig, mit viel Bewegungsfreude und einem enormen Durchhaltevermögen.
Dazu kommen Arabermixpferde, wie auch Traber, die für die Rennbahn nicht taugen. Oft sind diese Pferde sehr guter Distanzer. Auch werden immer wieder schwere Rassen geritten, die keine schlechten Leitungen zeigen aber für die ganz langen Ritte nicht gemacht sind.
Im allgemeinen kann man sagen, dass das Pferd dann ein guter Distanzer sein kann, wenn es eine Topgesundheit besitzt, gut trainiert worden ist und einen Körperbau hat, dann einen langen ausdauernden Ritt erlaubt. (Ein Kaltblut hat wohl zuviel Masse, währen ein Warmblut fast schon zuviel Muskelmasse mit Sauerstoff versorgen muss, um ein guter Distanzer zu sein). Aber es gab schön krönende Mischungen, die bei großen Distanzen siegten.
Durch den Ponyexpress in Amerika hat das Quarterhorse bewiesen ein sehr ausdauernder Läufer zu sein. Und als Sprinter hat er sich als das schnellste Pferd der Welt erwiesen, zumindest auf eine Viertel Meile, von der das Pferd auch seinen Namen hat. A quarter of a mile. Quarterhorse.

Distanzreiten ist eine der schönsten Sportarten mit seinem Pferd zum Sieg zu kommen.

Wir versuchen nun mit unserem Appaloosa auf Distanzstrecken mitzumischen. Allerdings ist dieser Sport für uns auch noch neu und um die notwendige Erfahrung zu erlangen, müssen wir noch dort und da starten, aber wir werden uns bemühen, nicht ganz unten dabei zu sein, sondern zumindest im Mittelfeld mitzuschwimmen. Und wer weiß, vielleicht stecken in unseren Hengst noch ganz andere Talente.