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Wir betreiben die Zucht des Hollandse Herdes äußerst sorgfältig. Wir versuchen durch Hybridzucht und durch vorsichtige Linienzucht die Arbeitsfähigkeit und Intelligenz des Herders zu erhalten, und durch Selektion in der Zucht die Gesundheit zu festigen. Das ist ein sehr langwieriger Prozess, bei dem viel Geduld vonnöten ist. Mutter Natur spielt uns hin und wieder in die Karten und macht gewisse Dinge ganz anders, als wir es uns das so gedacht hatten. Und gerade das macht die Zucht so spannend.


Dabei haben wir einen Faktor gelernt. In der reinblütigen Hochleistungszucht (oft tauchen immer wieder dieselben Linien auf, bzw. dieselben Zuchttiere), sind sich die Welpen in einem Wurf sehr ähnlich. Das heißt, je enger das Genpotenzial, desto mehr ähneln sich die Welpen in Aussehen, Art und Wesen. Je weiter die Elterntiere voneinander verwandtschaftlich getrennt sind, also ein größeres Genpotenzial besitzen, desto unterschiedlicher werden die Welpen in Aussehen, Art und Wesen (was sich auch auf Leistungsfähigkeit, Gesundheit, Widerstandskraft und Fortpflanzung ausdehnt).
Inzucht wird auf der gesamten Welt (eingegrenzt auf Hunde) betrieben. Eine vorsichtige Inzucht kann auch zu einem gewissen gewünschten Erfolg führen, doch sollte man sie mit soviel Feingefühl betreiben, dass die Rasse in späteren Generationen nicht belastet wird. Wir haben gelernt, dass die Natur ganz bewusst Inzucht vermeidet, egal bei welcher Tierart. Auch in Zoos versucht man bei der Zucht von Wildtieren, insbesonders bei bedrohten Wildtieren, auf Inzucht zu verzichten.
Wir haben der Natur zugesehen und nehmen ihre Weisheit gerne an. Deshalb versuchen wir soweit wie möglich auf Linienzucht, auch in hinteren Generationen zu verzichten, was sich manchmal, dank Mangels an vorhandenem Zuchtmaterial sehr schwierig gestaltet. Dabei haben wir uns dem Beispiel der Holländer bedient, die den Hollandse Herder nicht selten entweder mit einem guten Malinois, oder einem guten Gröni kreuzen. Dadurch ergeben sich zwangsläufig unterschiedliche Farben in einem Herderwurf. Es können in einem Wurf braune Welpen fallen, die unter dem Namen „Mechelaar Herder“ eingetragen werden, wie auch Gestromte.

Herder nach dem Deckakt

Belegung der Mechelaar Herder Hündin "Birte vom Uruk-Hai, mit dem Hollandse Herder Rüden "Doro vom Saggautal", Polizeidiensthund

Gestromte Welpen

Gestromte Welpen laufen immer unter der Rassebezeichnung „Hollandse Herder“. Die Holländer vermeiden somit eine zu starke Inzucht und bekommen dadurch sehr triebstarke, belastbare und gesunde Hunde. Bei uns ist diese Art von Zucht bei der Polizei sehr begehrt. Man weiß um die Leistungsfähigkeit und Widerstandskraft dieser Hunde.
Bei Züchtern von reinblütigen Herdern stößt diese Art von Zucht immer wieder auf Kritik. Allerdings können wir der teils starken Inzucht von reinblütigen Herdern auch nicht wirklich etwas abgewinnen. Wir sind bemüht, mit den wenigen Herderzüchtern gut auszukommen, und die, die uns nicht wollen, sollen uns einfach unseren Weg gehen lassen.

Zunächst achten wir natürlich auf die Gesundheit unserer Zuchttiere. Wir wollen HD und ED freie Elterntiere und Nachzuchten, wie auch Hunde, die ein vollzahniges Scherengebiß besitzen, damit der Hund später nicht zufällig mit den Dritten in den Dienst ziehen muss.
Das allein ist oft kein leichtes Unterfangen. Würden alle Züchter, die behaupten nur mit gesunden, HD und ED freien Tieren zu züchten, egal ob mit Papieren oder ohne, es auch tun, dann dürfte es eigentlich auf der Welt kein HD und ED Problem mehr geben.
Definitiv ist es so, dass es sehr viele Züchter gibt, die Ihre Hunde wirklich kontrollieren, selbst mit HD und ED freien Hunden züchten und trotzdem immer wieder HD und ED Fälle haben und verzweifelt darüber nachdenken, warum das so ist. Die Lage des Welpen im Mutterleib, die Ernährung, Aufzucht und Bewegung spielen ebenso eine Rolle, wie der Erbfaktor. Der Hund kann theoretisch als Welpe HD frei sein und von seinem Besitzer in den ersten Lebensmonaten HD krank gemacht werden.
Wir wissen, das Im KNPV weder HD noch ED wirklich kontrolliert wird. Der Hund ist gut, solange er arbeitet, geht’s nimma, kommt der Nächste. Auch werden oft Hollandse Herder Verpaarungen gemacht, bei denen diese Vorsorgeuntersuchungen außer Acht gelassen werden. Man verlässt sich auf das gesunde Äußere und die Arbeitsfähigkeit des Hundes, nach dem Motto, wenn sich der Hund schmerzfrei bewegen kann, dann kann er nicht an HD oder ED leiden. Nun, das stimmt nur bedingt, denn auch auf HD mittel ausgewertete Hunde können sturmalt werden und bis zuletzt schmerzfrei und bei Turnieren vorne mit dabei sein.
Wir gehen auch davon aus, dass HD wie auch ED hin und wieder im Wachstum entsteht und nicht angeboren war. Das auseinander zu halten ist aber nahezu unmöglich.
Definitiv züchten wir nur mit Hunden, die keine Auffälligkeiten bei der Hüfte und den Ellbogen zeigen.
Das vollzahnige Gebiss ist deswegen sehr wichtig, da es sehr viele Hunde mit Zahnfehlern gibt. Sind die Zahnfehler geringfügig ( fehlt nur ein kleines unbedeutendes Zähnchen) tut das dem Hund keinen Abbruch, fehlen aber mehrere gewichtige Zähne, wäre es in etwas so, als würden Sie nur mit ihren Backenzähnen, oder vielleicht nur mit den Schneidezähnen herumlaufen, oder nach jedem dritten Zahn eine Zahnlücke aufweisen. Schöne Beißer sind nicht nur für uns unerlässlich.
Zeigt der Hund dann auch noch ein starkes Nervenkostüm, ist mutig, belastbar, aufmerksam und leistungsbereit, dann ist er nahezu für die Zucht schon perfekt.

Delta - Blitzweise Zähne bei einer Herderhündin


Nebenbei möchte ich mit dem Märchen aufräumen, dass eine Hündin „arm sei, die tragend ist und Welpen gebären muss“. Ich habe absolut nichts gegen den Tierschutz, aber wenn mir erklärt wird, ich würde meine Hündin ausbeuten, weil sie ein langes, hängendes Gesäuge hat, dann stellen sich mir sämtlich Haare inklusive Fußnägel auf. Man hört das aber immer wieder.
In der gesamten Zeit, in der ich nun Hunde züchte, hatte ich nie den Eindruck, dass eine Hündin ungern Mama wäre. Zudem bezweifle ich stark, dass eine Hündin diese Gedanken, die ja eigentlich menschlicher Natur sind, jemals hegt. Wenn eine Hündin Welpen gebärt, dann messen wir das an menschlichen Maßstäben. Frauen, die stundenlang in Wehen liegen und unter Schmerzen und Geschrei gerade mal ein Baby zur Welt bringen. Ich habe selbst drei Kinder, ich weiß wovon ich spreche.
Tiere haben uns Menschen einiges Voraus. Sie brauchen keine Hebamme um ihren Nachwuchs zu bekommen, sondern machen sich die Arbeit selbst, und sie gebären in einer Geschwindigkeit, dass uns Menschen eigentlich der Neid fressen sollte.
Während wir oft Stunden für nur ein Kind brauchen, bringt so eine Hündin in drei, vier Stunden bis zu zehn Welpen zur Welt, und das ohne Geschrei, Gejammer und Theater. Kaum ist sie leer, ist sie schon wieder in der Lage draußen herumzulaufen, zu fressen, zu saufen, gegebenfalls ihren Wurf zu verteidigen ….. auf gut Deutsch, nach dem Wurf sind unsere Hündinnen richtig fit und nicht etwa müde, kaputt oder ausgelaugt.


Je größer die Welpen dann werden, desto mehr Milch muss die Mutterhündin logischer Weise produzieren, damit sie ihren Nachwuchs satt bekommt. Dadurch wird das Gesäuge voller und eben hängender. Das hat auch den Sinn, dass sie so bald als möglich die Welpen im Stehen säugen kann. Je praller und länger das Gesäuge, desto leichter kommen die Welpen dorthin, wo sie hinsollen. Wird die Hündin gut gefüttert, hat sie auch kein Problem damit, einen großen Wurf großzuziehen. Wirft eine Herderhündin einmal im Jahr, wird sie sicher nicht ausgebeutet, sondern folgt einfach dem Ruf der Natur. Eine Hündin, die Junge bekommt, ist bestimmt nicht arm!

Wir unterstützen natürlich unsere Hündinnen während der Säugezeit wo es nur geht. Sie bekommt mehrmals täglich hochwertiges Futter zu fressen, bis es ihr sprichwörtlich beim Hals raushängt. Welpenmilch und auch Ziegenmilch wird nicht nur von der Mama, sondern auch von den Welpen gut angenommen und entlastet die Hündin. Nicht, weil sie es nicht schaffen würde, sondern weil wir Menschen den Verstand dazu haben, den Wurf so gut als möglich großzuziehen und der Hündin so gut als möglich unter die Arme zu greifen.
Mehrmals werden unsere Welpen entwurmt. Auch die Mutterhündin wird kurz vor dem Wurf und auch während des Säugens entwurmt.


Wir ziehen unsere Welpen auch nicht unbedingt im Wohnzimmer groß. Manche Hündinnen von uns lieben es im Haus zu werfen. Sie beanspruchen die Wurfkiste als ihr Eigentum und bleiben solange darin, bis die Welpen den Drang haben, die Welt zu entdecken. Spätestens dann gehören Welpen unbedingt hinaus. Sie brauchen frischen Luft, eine natürliche Umgebung, natürlich auch den Rest unseres Rudels, um sich richtig zu entfalten. In unserem Hundehaus haben sie eine Hütte, in der eine Wärmelampe vor Kälte schützt. Welpen suchen diesen Ort zum Schlafen oder zum Kuscheln auf. Sind sie aktiv, kann sie nichts mehr halten. Sie düsen überall herum, wo es etwas zu entdecken gibt. Dabei verwehren wir ihnen nicht die Rückzugsmöglichkeit zur Hütte, in die man sich verkriechen kann, wenn es ganz „gefährlich“ wird.


So ab der vierten Lebenswoche werden Welpen auch sehr reinlich. Sie pieseln und kacken nicht mehr in ihre Kiste, sondern gehen hinaus in Sägespäne, wo sie ihr Geschäft verrichten können. Dadurch bleibt im Kuschelplatz alles sauber.
Ab der fünften Woche will die Hündin nicht mehr wirklich säugen. Wir schneiden den Welpen die Krallen, damit sie das Gesäuge nicht zu sehr zerkratzen, da die Hündin nur noch im Stehen säugt, und die Welpen sich mit den Krallen festhalten.


Das Gesäuge selbst wird während des Säugens nicht zerbissen, da wird nur gesaugt. Würden wir die Hündin allerdings permanent bei ihren Welpen lassen, würden diese das Gesäuge als Spielzeug verwenden und die Hündin ärgern und vermutlich auch verletzen. Zudem gibt es Hündinnen, die ihre Welpen schon sehr ruppig und konsequent von sich weisen, um ihren Frieden zu haben.
Auch fressen Herderwelpen ab diesem Alter schon gut. Hin und wieder erbricht die Hündin Futter und gibt das ihren Welpen. Diese stürzen sich mit Heißhunger auf diesen eingeschleimten Matsch. Was für uns ekelhaft erscheint, ist für Welpen sehr wertvoll. Die Nahrung ist vorverdaut und somit für den Nachwuchs leicht verträglich.
Ab der sechsten Woche werden die Welpen dann schon langsam aber sicher entwöhnt, sodass sie ab der achten Woche, wenn sie also ihren neuen Besitzern übergeben werden, die Mama nicht mehr brauchen. Somit kommt nicht allzu viel auf den einzelnen jungen Hund zu, und er dürfte die Umstellung eventuell mit nur ein wenig Wimmern überstehen.
Außerdem bauen wir unseren Welpen einen Abenteuerspielplatz in ihrem Reich auf. Alte Autoreifen dienen zum Klettern und zum Verstecken, aufgehängte Fetzen und Beißwürste fördern den Spieltrieb, und sonst gibt es allerhand Dinge, die die natürliche Neugier fördern sollen. Somit sind manche unserer Welpen schon recht frech, wenn sie uns verlassen, bekämpfen Schuhbänder, Hosenbeine, erkennen Fremde und verbellen diese, bevor sie auf sie hin stürmen und sie überschwänglich begrüßen.
Außerdem nehmen wir die Welpen gerne auf den hofeigenen Hundeplatz mit, einfach um ein wenig mit ihnen zu toben. So sind die Welpen sehr aufgeschlossen und zeigen ein sehr liebenswertes Verhalten.


Wir sind bemüht, Ihnen einen perfekten Welpen zu überreichen, deswegen fragen wir auch immer nach, was sie eigentlich mit dem Hund vor haben, was Sie sich vorstellen, welche Aufgabe Ihr zukünftiger Begleiter erfüllen soll. Dann versuchen wir den richtigen Hund für Sie aus einem ganzen Kübel voll Welpen für Sie herauszusuchen. Vielleicht wollen Sie Ihren Welpen aber auch ganz alleine aussuchen. Auch das ist in Ordnung. Wir beantworten jede noch so verrückte Frage, versuchen jede Unsicherheit so gut es geht aus dem Weg zu räumen und beraten Sie in allen Hundefragen, die sich gerade in den ersten Wochen auftun.
Zudem geben wir nur Welpen ab, von dessen Gesundheit wir restlos überzeugt sind. Unsere Welpen haben eine Ahnentafel, eine Registrierung auf den neuen Besitzer, sind geimpft, gechipt und werden von uns auch in einem Haustierregister registriert. Liebhaben, aufziehen und erziehen müssen Sie ihn aber selber.
Hat der Hund eine kleine Abweichung, zum Beispiel, einen kleinen Nabelbruch, oder vielleicht eine gerade verheilte kleine Verletzung, so deuten wir gesondert darauf hin.
Und dann geben wir an dieser Stelle auch eine Antwort auf eine Frage, die uns immer wieder gestellt, die aber von Züchtern nur ungern beantwortet wird.
Was machen wir mit Welpen, die gröbere Abweichungen oder Missbildungen haben, die krank sind, oder die im Laufe ihrer Aufzucht als nicht selbstständig lebensfähig auffallen.
Unter einer groben Abweichung verstehen wir zum Beispiel, dass bei einem männlichen Welpen bei der Untersuchung nur ein Hoden ertastet wird. Wir können nicht sagen, ob der Hoden noch kommt, oder ob er in der Leistengegend verborgen bleibt. Wir sprechen darüber, über den Fehler, über die Konsequenzen. Einhoder kommen allgemein öfter vor, und wir denken, solange der Welpenkäufer das weiß, tut das der Mensch-Hunde-Beziehung keinen Abbruch. Es kann allenfalls sein, dass der neue Hundebesitzer irgendwann seinen Hund kastrieren lassen muss. Meistens gehen solche Hund zu einem stark verminderten Preis an neue Besitzer, die nicht selten dankbar für so einen Hund sind, die im ganz normalen Leben keine Schwierigkeiten haben.
Anders sieht die Sache bei Missbildungen bzw. Krankheiten auf, die nicht reparabel sind. Wir können, Gott sei Dank (und klopfen auf Holz) von uns sagen, noch nie einen missgebildeten Hund im Wurf gehabt zu haben, bzw. einen der schwer krank war. Natürlich geht auch in unseren Würfen ab und an mal ein Welpe kaputt. Entweder er kommt tot auf die Welt, oder er stirbt kurz nach der Geburt, oder die Hündin ist Schuld an seinem Tod, weil sie zum Beispiel beim Abnabeln die Bauchdecke mit aufbeißt, ihn mit ihrem Gewicht erdrückt oder auch frisst. Gründe gibt es mehrere, die die Natur einfach so mitbringt und die man akzeptieren muss. Natürlich ist das nicht schön, aber völlig normal.
Hätten wir jedoch einen missgebildeten oder schwer kranken Welpen, der nicht in der Lage wäre, sein Leben zu meistern, so würden wir ihn einschläfern lassen. Niemand hat etwas davon, am allerwenigsten der Hund selbst, wenn er sein Leben nicht würdevoll leben dürfte, sondern ständig zwischen Leben und Tod dahinvegetieren müsste. Zudem wäre es bestimmt auch nicht im Sinne des Tierschutzes, ein Tier am Leben zu lassen, das leidet.