Jack Russell Terrier (niederläufig)
Geschichtlich gesehen, war es John (Jack) Russell, der als leidenschaftlicher Jäger Foxterrier in einem speziellen Schlag züchtete. Im Jahre 1819 erwarb er seinen ersten Terrier, eine weiße, rauhhaarige Hündin mit dunklem Abzeichen am Kopf, mit dem Namen „Trump“. Diese Hündin, deren Bild heute noch in der Sattelkammer des Schlosses Sandringham hängt und das Eigentum der Queen ist, wird heute als Stammmutter unserer Jack Russell Terrier bezeichnet.
Allerdings machte die Rasse im Laufe der Zeit eine ganze Reihe an Eigenheiten in der Zucht durch, wodurch es verschiedene Typen und verschiedene Einscheinungsbilder gibt, die aber alle denselben Namen tragen - Jack Russell Terrier.
Trump wurde damals wie folgt beschrieben.
Zuerst einmal ist ihre Grundfarbe weiß, mit nur einem breunen Fleck über jedem Auge und Ohr, und einem Fleck, nicht größer als ein Penny, auf der Schwanzwurzel. Das Fell ist dichtanliegend und eine geringfügige Rauheit schützt ihren Körper vor Nässe und Kälte. Dieses Fell hat aber keinerlei Ahnlichkeit mit dem langen rauhaarigen Fell eines Scotchterriers. Die Beine sind pfeilgerade, die Pfoten perfekt. Die Lenden und die Gestalt des ganzen Rahmens weisen auf Unerschrockenheit und Ausdauer hin, während die Größe und das Gewicht dem einer ausgewachsenen Füchsin entsprechen.
Natürlich hat sich seitdem einiges verändert. Um 1850 wurde in Australien der Rotfuchs eingeführt, und um ihn zu bekämpfen importierte man Foxterrier. Da die Füchse aber die Kaninchenbauten besiedelten und die Foxterrier teilweise zu groß waren, um da hineinzuschlüpfen, entdeckte man den Terrier des Herrn Russell, der etwas kleiner und gedrungener war. Ihn konnte man in diese Bauten schicken um den Fuchs auch dort zu bekämpfen.
Der Australier züchtete demnach seinen eigenen Schlag. Der Jack Russell Terrier Club auf Australia wurde erst 1972 gegründet und erst 2000 wurde der kleine Jack Russell Terrier von der FCI als eigene Rasse anerkannt. Aber …….
Das ist nur der eine Schlag des Jack Russel Terrier, denn in England wird der Standart der FCI nicht anerkannt, und auch der Amerikaner züchtet einen eigenen Schlag. Denn in Amerika wird auch der hochbeinige Jack (Parson Russell Terrier) Jack Russell Terrier genannt.
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| Der hochbeinige Jack der Amerikaner, der bei uns Parson Russell Terrier genannt wird. | Der niederläufige Jack Russell Terrier wie ihn jeder kennt und liebt |
Nun, wir haben hingehört was die Bevölkerung eigentlich unter einem Jack Russell Terrier versteht und was gefällt, denn wir befinden, dass keiner Richter und kein Verband/Verein eine Rasse formt, sondern unter anderem auch der Mensch, der diesen Hunden ein Zuhause gibt und der diesen Hund für seine Bedürfnisse braucht. Heute ist das sicher nicht mehr die Jagd, denn kaum ein Jack Russell Terrier wird hierzulande für die Baujagd benutzt. Dafür bedient man sich anderer Rasse. Der Jack hat sich eigentlich als Reiterhund entwickelt, da, um die Ställe von Mäusen und Ratten zu befreien, mit seinem heiteren Gemüt Freude unter das Reitervolk zu bringen und um jeden Menschen ein guter Begleiter zu sein, die einen mutigen und kleinen Wolf ihr Eigen nennen wollen.
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Zudem ist auch die von der FCI festgelegte Größe und Gewicht für uns ein Grund zum Nachdenken. Jeder versteht unter dem niederläufigen Jack Russell Terrier einen grifffesten, muskolösen, robusten Kleinhund, der in der Lage ist bei jedem Wetter jeden Weg und jede Sportart seines Besitzer mitzumachen. Einen Kleinhund ……. Keinen Zwerg. Aber Hunde von um die 5kg – 6kg sind bei uns keine Kleinhunde, sondern leichte Zwerge. Sicher haben wir diese Jacks auch schon gesehen und müssen sagen, uns gefällt ein kleines Kraftpaket besser ( was auch die Meinung vieler Jack Russell Freunde ist) als ein zwergenhaftes Tierchen in Form eines Jacks, aber mit äußerst leichtem Körper, der kaum noch in der Lage ist einem Pferd im Galopp zu folgen.
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Diese Hündin gehört zu den 5kg Jacks. Sie ist nur noch ein lieber Hund, zu mehr ist sie dank ihrer Größe nicht mehr in der Lage. Selbst eine Katze ist fast schon größer als sie selbst. Ob das ein Zuchtziel ist, ist eine Frage, die man sich wirklich stellen sollte. |
Aus diesem Grund sind unsere Hunde etwas fester, meist auch etwas größer. Auf Ausstellungen von anderen Vereinen sind auch Hunde von uns immer mit vorne dabei, bei FCI Ausstellungen hat sich bisher noch keiner versucht. Grund genug den Standard vielleicht etwas zu überdenken, denn die Menschen wollen eigentlich etwas Anderes als das, was im Standard geschrieben steht.
Es kommt auch immer mal wieder vor, dass in einem niederläufigen Wurf hochbeinige Hunde zu finden sind, da der Parson Jack Russell Terrier nunmal ein sehr direkter Verwandter des Jack Russell Terriers ist, und seine Gene auch bis in die hintersten Reihen erhalten bleiben. Obwohl wir es nicht wirklich fördern, kann es auch in unseren Würfen vorkommen, dass ein Hund zu groß wird. Beim Verkauf eines Welpen sagen wir das dazu, und wenn die Leute das wissen, hat niemand ein Problem damit.
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Auch diese beiden Jacks sind vielleicht um eine Spur zu groß geraden, obwohl sie über die Grenze noch nicht hinaus schießen. Trotzdem sind es zwei absolut liebenswerte Hausgenossen |
Jack Russell Terrier haben ein sehr lebhaftes Temperament, gekoppelt mit draufgängerischem Mut hören wir oft die Aussagen, dass ein Jack Russell Terrier nicht zu bändigen sei. Ganz stimmt das nicht, denn auch wir leben mit mehreren Jack Russell Terrier zusammen und auch ich finde es nicht lustig, wenn ein Jack mein Haus zerstören würde.
Viele sehen in einem kleinen Hund das liebliche, kleine Tierchen, das geknuscht und gekuschelt gehört. Kommt ein Jack Russell Terrier ins Haus, ist der Welpe oft kaum größer als ein ausgewachsenes Meerschweinchen. Wir neigen dazu, diesem Wesen einen gesonderten Status einzuräumen. Es ist klein, schutzbedürftig und lieb.
Allerdings ist der kleine Welpen, so niedlich er auch aussehen mag, bereits mit einer Intelligenz ausgestattet, die es ihm erlaubt, zu wissen, wie weit er gehen kann, was er machen kann, ohne ausgeschimpft zu werden, und er hat auch sehr schnell überrissen, ob das ausgeschimpft werden ernst gemeint ist, oder ob es eher halbherzig ausfällt. Sehr schnell erobert der Jack seinen Rang in der Familie und lernt auch relativ rasch, diesen zu verteidigen. Dabei können manche Jack sehr dreist werden, und wenn der liebe, süße kleine Welpe mit 6 oder 7 Monaten die Couch als sein Eigentum betrachtet, den Kindern das Wurstbrot aus der Hand klauen darf, an der Leine zieht wie ein Rottweiler, nie gelernt hat Kommandos zu befolgen, bzw. nicht mal ein „nein“ nicht wirklich respektiert und zudem noch in der Wohnung überall das Bein hebt und alles anpinkelt, dann hat der Jack seine Familie fest im Griff, aber nicht umgekehrt. Jack's werden von ihren Besitzern sehr gerne als Schoßhündchen gehalten und auch so behandelt. Aber ein Schoßhund wie ein Chihuahua, Yorki oder vielleicht ein Pekinese, ist er wahrlich nicht.
Lernt ein Jack Russel Terrier von Anfang an, wo seine Grenzen sind, weiß er, dass die Menschen im Haus die Chefitäten sind, hat er gelernt seine Menschen zu respektieren und auch Regeln zu befolgen, und Kommandos nicht zu „hinterfragen“ sondern anzunehmen, so ist das Auskommen mit einem Jack überhaupt kein Problem. Würde der Mensch nun erkennen, dass ein Jack nicht nur ein Hund ist, sondern ein Hund, der imstande ist zu „denken“, der doch gefordert werden will und der auch sehr gerne draußen läuft und tobt und nicht nur stundenlang in der Wohnung auf seinen Menschen warten will um dann vielleicht nur mal um den Häuserblock zu gehen, dann ist das Zusammenleben mit einem Jack überhaupt kein Problem.
Der Jack ist ein Hund, der ein hundewürdiges Dasein wünscht, und bei einem vermenschlichten Dasein zu einem dreisten Frechdachs werden kann.
Jack Russell Terrier, die wir kennen, sind von der Erscheinung her kleine Terrier, mit Halbkippohren, die auch manchmal stehen können, was aber nicht unbedingt Zuchtziel ist, und einer langen Schnauze, die ein vollzahniges Scherengebiß beinhalten sollte. Der Kopf ist eher breit und nicht zu schmal, der Körper kräftig und muskelbepackt. Getragen wird der Jack von nicht zu kurzen, also mittellangen, gerade Läufen, bevorzugt werden geschlossene Pfoten. Die Rute wird meist geringelt über dem Rücken getragen. Es gibt Jack Russell Terrier, die einen angeborenen Stummelschwanz haben. Das ist für uns und auch deren nachfolgenden Besitzer bisher nicht weiter schlimm gewesen. Was der Hund von Geburt an nicht hat, kann ihm niemand mehr drankleben. Allerdings müssen beide Elterntiere Genträger des Stummelschwanzgens sein, damit er beim Welpen auftritt, was in den meisten Fällen nicht der Fall ist. In Deutschland ist das Kupieren er Rute von jagdlich geführten Jack Russell Terrier erlaubt, in Österreich gänzlich verboten.
Jack gibt es in drei Fellvariationen.
Kurzhaar, der bekannteste Schlag, Rauhaar, eine kleine Kleiderbürste mit etwas längerem Rauhhaar und der broken-coated Schlag. Ich werde immer wieder gefragt, was der Unterschied zwischen Rauhhaar und broken-coated ist. Der Rauhaarige Hund hat längeres rauhes Fell, dass nach Bedarf getrimmt wird. Der broken-coated Schlag ist nicht richtig Kurzhaar aber auch nicht richtig Rauhaar. Man könnte sagen, er hat ein rauhes kurzes Fell.
Die Farben variieren. Der Standard beschreibt, dass die Grundfarbe immer weiß zu sein hat, mit bunten Abzeichen am Kopf und am Körper. Allerdings lieben die Leute Farbe und niemand stößt sich daran, einen richtigen farbigen Jack zu sich zu nehmen. Es gibt reinweiße Jack Russel Terrier, die auch erlaubt sind. Sonst gibt es keine einfärbigen Jacks. Ein reinschwarzer bzw. reinbrauner Jack ist ganz bestimmt nicht reinrassig.
Die Größe eines Jacks variiert. Je nach Bemuskelung haben sie zwischen 7kg und 12 kg bei einer Höhe von um die 30cm und auch darunter, manchmal auch leicht darüber. Rüden können größer werden, die dann unbedingt mit einer kleineren Hündin verpaart werden sollten. Zu kleine Hündinnen sollten einen strammen und großen Rüden als Zuchtpartner bekommen.
Jacks sind immer fröhlich, lebhaft, lustig und einfach nicht umzubringen. Nach stundenlangen Wanderungen, wenn der Jackbesitzer noch immer seine Beine massiert, könnte der Jack schon die nächste Runde anpacken. Zudem sind diese Hunde äußerst wachsam und können auch mit ihrer Größe versuchen, Heim und Haus tatkräfig zu verteiden.
Jacks neigen zum Kläffen, deshalb ist es unbedingt ratsam, dem Hund unsinniges Bellen alsbald abzugewöhnen. Nichts ist für den Nachbarn schlimmer, als wenn es der Terrier von nebenan besonders spannend findet, sich selbst bellen zu hören und das auch stundenlang macht.
Haben Sie nun die Liebe für einen Jack entdeckt. Dann wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Weiterlesen.
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