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Es kommt doch immer mal wieder vor, dass Hunde nicht auf ihren Plätzen bleiben können und es scheint bei den Leuten sehr beliebt zu sein, den erstandenen Hund wieder beim Züchter abzuliefern. Generell hält sich die Meinung, „ein guter Züchter“ nimmt seine gezogenen Hunde auch wieder zurück.

An dieser Stelle wollen wir erklären, warum wir davon Abstand genommen haben.

Wir beherbergen ein Hunderudel, das mit uns frei mitlebt. Das heißt, unsere Hunde werden nicht in Zwingern gesperrt, sondern sie sind meist genau da, wo ich auch bin. Bin ich im Stall, sind die Hunde auch im Stall, bin ich im Haus, würden die Dogs die Küche belagern, wenn ich sie nicht ins Vorzimmer hinaus beordern würde, bin ich beim Reiten, düsen sie mit, bin ich im Wald oder auf den Koppeln sind auch die Hunde mit von der Partie. Das Rudel funktioniert und hat sich organisiert in Leitrüde und Leithündin, und die Typen, die eben danach kommen. Es bilden sich in dem Hundefamilienverband, wie ich es lieber nenne, echte Freundschaften unter den verschiedensten Hunden, Zweiergemeinschaften, Junggesellengruppen und Spielrunden. Die Tiere kennen einander, verstehen einander, zanken sich, zicken herum, streiten dann und wann, vermöbeln sich auch mal gegenseitig, aber alles in Allem funktioniert das gesamte Team.

Hunde, die von ihren Besitzern aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr gehalten werden können, sind rudelfremd und meist bereits älteren Datums. Diese Tiere werden nicht einfach so von meinem Rudel akzeptiert. Handelt es sich vielleicht um einen dominanten Rüden, kann ich ihn nicht mehr ins Rudel integrieren, da ihm der Leitrüde seine Dominanz krumm nimmt und ihn nicht duldet. Heftige Raufereien wären die Folge, und dass ein einzelner Hund sich nicht gegen ein ganzes Rudel verteidigen kann, ist klar. Nachdem ich meine Hunde aber nicht auseinander sperren möchte und auch den „fremden“ Hund nicht ständig weg sperren möchte, nehmen wir kaum Hunde zurück.
Zudem haben Hunde, die zurückkommen meist irgendein Problem. Entweder sie wurden nicht oder schlecht erzogen und haben sich verselbstständigt. Oder sie haben gelernt, ihren Chef raus zu lassen, oder sie haben sich Dinge angewöhnt, die ich schlecht brauchen kann. Darunter fällt zum Beispiel das Jagen von Wild (Pferde werden da auch gerne angenommen), ständiges Abhauen, beißen bzw. Zwicken von Kindern, fangen von Autos, Fahrrädern, Motorrädern oder laufenden Kinderbeinen, ständiges Bellen, Rauflust und .. . Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Ich als Züchter bin allerdings nicht dazu da, die Fehler anderer wieder auszumerzen, die sich manchmal nicht gerade klein niederschlagen. Ich kann nicht alle Hunde behalten, aber wie soll ich einen Hund, den ich zurücknehme, weitervermitteln, der einen „Dachschaden“ abbekommen oder ziemlich schlechte Angewohnheiten hat.
Zudem werden die Hunde nicht selten ungeimpft, verfloht, unentwurmt oder gar erkrankt zurückgegeben und das kann ich generell nicht brauchen. Jeder, der mehrere Hunde hat, weiß, wie teuer es werden kann, wenn man den gesamten Bestand entflohen kann und die Flöhe dann auch noch schwer anbringt.

Zudem hatten wir ein einziges Mal den Fall, dass ein Hund, der von uns zurückgenommen wurde, und sich sogar wieder ins Rudel integrieren ließ (dachten wir), den Leitrüden nach drei Tagen anpöbelte und einer Rauferei nicht aus dem Weg ging. Die beiden Rüden krachten derart heftig aneinander, dass wir gut zu tun hatten, die Beiden zu trennen. Das Resultat, beide hatten tiefe Löcher und Reißwunden.

All dies hat uns dazu bewogen, keine Hunde mehr retour zu nehmen. Wir wollen weder unsere Hunde noch unsere Welpen mit irgendetwas anstecken oder infizieren, noch wollen wir unsere eigenen Hunde gefährden. Ebenso wollen wir nicht, dass dem anderen Hund etwas passiert und ständiges auseinander sperren liegt uns ebenfalls nicht.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Hunde, auch wenn sie von uns gezogen wurden, nicht mehr zurück nehmen können. Wir haben eine sehr menschennahe, natürliche Hundehaltung gewählt, und wollen das auch erhalten.

Sollte Sie einen Hund wirklich nicht mehr halten können, so gibt es Internet und auch die Zeitung, um das Umfeld darauf aufmerksam zu machen, dass Sie einen Hund haben. Es gibt viele Leute, die einen Hund suchen und vielleicht genau den haben möchten, den Sie abgeben wollen. Man muss sich nur etwas Mühe geben.

Ich danke für Verständnis und Aufmerksamkeit.

Sandy