Sie sind hier:

Verkaufspferde

Hengste

Stuten

Andere Pferde und Esel

Nachzuchten

Einstellplatz

Westernreiten

Distanzreiten

Fotos

Allgemein:

Startseite

Kontakt

Anfahrt

Haftungsausschluss

Westernreiten

Immer wieder werde ich gefragt, was denn Westernreiten eigentlich ist. Ob das das ist, was die Cowboys machen, Lasso werfen und Kühe einfangen.
Na, nicht ganz. Die Westernreitweise entstand zwar aus dieser Arbeit, beinhaltet aber doch etwas Anderes.
Westernreiten ist immer noch eine Arbeitsreitweise. Das heißt, dass sich eine Reitweise entwickelt hatte, die der Cowboy brauchte, um mit seinem Vieh klar zu kommen. Das Pferd war nicht nur sein Partner, sondern auch sein Werkzeug. Ein Cowboy hatte keine Zeit, so wie es in der Dressurreiterei üblich ist, stundenlang auf seinem Pferd zu sitzen um schwitzend dann endlich das zu erreichen, was er wollte. Er befahl, das Pferd musste reagieren, und zwar blitzartig. Nachdem Kühe auch schnelle Beine haben, besonders Jungrinder, dass sogenannte Cattle, musste der Cowboy in der Lage sein, sein Pferd in derselben Geschwindigkeit zu dirigieren. Dazu musste das Pferd lernen, Bewegungen des Rindes mitzumachen. Sonst ging dem Cowboy das Rind vielleicht verloren.
Er brauchte also ein nervenstarkes, zuverlässiges und ausdauerndes Pferd, dass in der Lage war, schnell Wendungen mitzumachen und zackig zu reagieren. Zudem benötigte der Cowboy meist eine Hand, um mit dem Lasso oder anderen Dingen umzugehen. Sein Pferd musste erlernen, auf eine einhändige Zügelführung zu reagieren. Nachdem ein zusammengeschraubtes Pferd, wie es auch wieder beim Dressurreiten zu sehen ist, in der Prärie nicht sinnvoll ist, war die Kopfhaltung des Pferdes völlig egal, weswegen das Tier seinen Kopf natürlich tragen konnte. Auch die Gangarten des Pferdes sollten weich, sauber und rund sein, sein Rücken breit, damit ein bequemer Sattel darauf Platz hatte um stundenlange Ritte durchzuhalten.
Daraus entwickelten sich die Westernpferderassen.
Heute haben sich aus diesen Dingen eigene Disziplinen entwickelt.

Trail

Eine Disziplin, bei der verschiedene Bodenhindernisse ausgearbeitet werden. Wie das überreiten einer schmalen Brücke, das Öffnen eines Tores, das Durchreiten eines „L“, „U“ oder „V“ mit Stangen ausgelegt am Boden, entweder vorwärts oder rückwärtes. Dabei wird bei jungen Pferden beidhändig, bei aged (erwachsenen Pferde, Pferde über 6 Jahre) einhändig geritten. Es sollte frei, ungezwungen und vertraut aussehen. Jedes Anschlagen an eine Stange bedeutet ein Fehler, das Loslassen des Tores beim Durchreiten gilt ebenso als Fehler wie unreine Übergänge in die Grundgangarten. Genaues Reiten und gute Konzentration bei Pferd und Reiter sind gefragt. Je ungenauer des Pferd zu gehen gelernt hat, desto mehr Fehler wird es machen, je weniger es aufpaßt, desto schlampiger wird es gehen.

Pleasure

Eigentlich entstand diese Disziplin aus Pferden, die über viele, viele Meilen rund und losgelassen traben und galoppieren konnten, ohne zu ermüden oder in einer holprigen Gangart, die keiner sitzen kann, dahinzustolpern. Pleasurepferde gehen sehr weich, geschmeidig, langsam und lose. Die Übergänge sind rein und weich, eine Zügeleinwirkung ist nicht sichtbar. Die Reiter oder Reiterinnen sitzen auf dem Pferd, wie in einem Sofa. Heute wird sehr viel Augenmerk auf die Kleidung, das Outfit und auf den korrekten Sitz des Reiters gelegt. Neben der reiterischen Leistung bekommt so eine Disziplineinen gewissen Showeinlageneffekt.

Western Horsemanship

Diese Disziplin wirkt durch ihre Kürze und der beinahe langweilig wirkenden Linienführung eher einfach. Dabei kommen aber kleine Fehler des Pferdes in diesem Bewerb bei der Vorstellung besonders zur Geltung. Durch kleine Hütchen werden die Punkte markiert, bei der das Pferd entweder seine Gangart bzw. irgendein kleine Manöver wie Rückwärtstreten zeigen soll. Was nicht 100%ig gelingt, wirkt verpatzt, das macht die Horsemanship so schwierig.

Reining

Dies ist die wohl flotteste und spektakulärste Disziplin in der Westernreitweise. Dieser Bewerb wird ausschließlich im Galopp und unter Tempo geritten. Bemerkt sei, dass sie Manöver wie ein schneller Stop, mehrere schnelle Drehungen um die Hinterhand, bzw. fliegende Galoppwechsel, langsam weit besser reiten lassen, als schnell. In der Geschwindigkeit ist die Fehlerquote am höchsten. Aber ein schneller Spin, bzw. schnelle Zirkel und flach gerittene Wechsel sehen auch für den Laien einfach bemerkenswert aus. Wird das Pferd auch noch am losen Zügel vorgestellt und kann der Reiter Tempounterschiede schön zeigen, ohne dem Pferd massive Hilfe zu geben, so punktet er auch beim Richter. Viele Reiter scheiden durch Verreiten aus, da die Patterns auswendig geritten werden müssen. Auch das überdrehen beim Spin oder das falsche Zählen gilt als Verreiten. Reining ist schön anzusehen, aber auch schwierig zu reiten und nicht mit jedem Pferd machbar.

Cutting

Arbeit am Rind. Zu dieser Disziplin wird bei uns noch eher selten geneigt. Es geht darum, eine Cattle ( halbwüchsiges Jungrind) aus einer Herde auszusondern und daran zu hindern, wieder zu seinen Artgenossen zurückzulaufen. Cattle besitzen ein ausgeprägtes Herdenverhalten, weshalb ein vereinsamtes Cattle immer seinen Weg in die Herde zurücksucht. Das Pferd soll es selbständig daran hindern, da das lenken des Pferdes während des cuttens nicht gestattet ist. Sobald die Hand auf den Widerrist des Pferdes sinkt, hat das Pferd seinen Job allein zu machen. Der Reiter kann es nur noch durch den Einsatz seiner Beine dirigieren. Sobald der Reiter seine Zügelhand hebt, hört das Pferd auf zu cutten und schiebt sich rückwärts wieder in die Herde um ein anderes Rind zu suchen. Cuttingbewerbe sind zeitlich begrenzt in denen man zwei, bis drei Cattles cutten muss.
Das wären die wichtigsten Disziplinen in der Westernreiterei. Die Reiter und Reiterinnen reiten immer im Westernoutfit, dass sehr farbenfroh, auch zuweilen kitschig sein kann. Die Pferde sollen so präsentiert werden, dass man kaum Hilfen erkennt. Eine Anlehnung am Pferdemaul ist nicht wünschenswert. Westernpferde arbeiten sehr selbstständig, sie sind ungemein beweglich und besitzen eine schnelle Auffassungsgabe.
Es haben sich einige Rasse etabliert, sie sich sehr gut für das Westernreiten eigenen.
Das Quarter Horse, das Painthorse ( geschecktes Quarterhorse), der Appaloosa und der Araber.
Es gibt auch einige andere Rassen, auch Mischrassen, die erfolgreich im Westernsport geshowed werden, allerdings ist das nicht die große Masse.
Westernpferderassen besitzen von Natur aus die Auffassungsgabe, die Intelligenz, die Kraft und die Schnelligkeit, ihre gestellte Aufgabe zu meistern, da sie Jahrzehnte auf diese Aufgabe hingezüchtet worden sind. Andere Rassen sind Mitläufer. Allerdings bei großen Meisterschaften findet sich kaum ein Pferd irgendeiner Mischung.

Allgemeines

Wir betreiben die Westernreiterei in der Sparte Reining. Unsere Hengste sind beide von der Bewegung her reine Reiningtalente, da Reining nur im Galopp geritten wird. Silver, unser Painthorse, ist eher mehr der Pleasure – Trailtyp. Für die Reining fehlt ihm der Pfeffer. Man versucht Westernpferde nach ihrer Veranlagung auszubilden. Ein gutes Reiningpferd muss nicht automatisch ein perfektes Pleasurepferd sein. Und ein guter Cutter ist nicht automatisch auch ein guter Reiner. Es sollte das trainiert werden, was das Pferd von Haus aus mitbringt und gehen möchte, und nicht das, was sich der Reiter vorstellt. Es ist nicht sportlich mit Macht zu versuchen sein Pleasurepferd dazu zu vergewaltigen ein Topreiner zu sein.
Gut trainierte Westernpferde sind auch ein Segen im Gelände. Sie haben gelernt am losen Zügel zu gehen und auch dementsprechend zu reagieren. Das macht den Ausritt noch um ein vielfaches schöner. Und, ein Westernpferd zu reiten, ist weit weniger anstrengend als ein Dressur oder Springpferd, da man es in der Westernreitweise liebt, zu genießen und sich nicht zu stressen.

Was nicht zur Westernreitweise gehört, ist der spanische Tritt, den unser Hengst in einer Verletzungspause gelernt hat.